Lisbeth Jarosch – Last Haven II

„Ich will den Wandel, ich will Romulus, nur die Toten wollte ich nicht.“

Wie in einer meiner letzten Rezension bereits erwähnt, ist meine Haltung gegenüber Reihen oder Fortsetzungen eher skeptisch.

Aber auch von dieser Fortsetzung war ich mehr als überrascht. Die Handlung nimmt eine andere Wendung als gedacht und übertraf meine Erwartungen. Teil II von Last Haven ist noch viel spannender und komplexer geschrieben und hat mich endgültig überzeugt.

Besonders genial fand ich, wie die Autorin Lisbeth Jarosch die Rückblende zu Beginn des Buches gestaltet hat. Statt diese klassisch zu gestalten, lies sie diese in einem Gerichtsprozess aufrollen.

Auch das Zusammentreffen von neuen auf alte Figuren bringt frischen Wind in die Story.

Fazit: Der zweite Teil gefällt mir persönlich besser als der erste!

Verlagsseite: https://www.piper.de/buecher/last-haven-die-liga-der-mutigen-isbn-978-3-492-50171-2

Saskia Louis – Ein bisschen Vertrauen, bitte!

Bevor ich den zweiten Teil der „Eden Bay“- Reihe gelesen habe, war ich sehr gespannt darauf, denn ich habe so meine Konfliktchen mit Fortsetzungen oder Reihen. Oft ähneln sich die einzelnen Bücher für mich zu sehr oder die Story wird einfach ewig lang gezogen. Ich war sooooo erleichtert, dass das hier nicht der Fall ist. Zwar spielt sich die Geschichte in der selben Umgebung ab, jedoch liegt der Fokus auf zwei andere Verliebte, die so anders sind als die Protagonisten aus dem ersten Band. Durch die lange Vergangenheit von „Kate“ und „Sawyer“ werden ihre Gegenwart und Spannungen noch komplizierter und verstrickter und definitiv nicht langweilig. Ein großes Hin und Her, welches einige Leser bestimmt auch schon selbst erfahren durften und sich damit identifizieren können. Persönlich finde ich, dass mir der zweite Band noch mehr unter die Haut ging und man noch mehr mitfühlt als in Band 1. Trotz dem Auf & Ab geht auch mein geliebter Sarkasmus nicht verloren und zauberte mir wieder an einigen Stellen ein großes Grinsen ins Gesicht. Abschließend freue ich mich riesig darüber, dass beide Teile auf ihre eigene Art und Weise einfach toll sind!

Meine Lieblingsbücher 2018

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und auch ich habe mir Gedanken gemacht, welche der 2018 erschienenen Bücher ich grandios fand:

„Das Feld“ von Robert Seethaler (zu dem ich auch erst eine kurze Rezension verfasst habe) ist für mich eines der besten Bücher 2018, weil es einfach genial geschrieben ist und den Spiegel der heutigen Gesellschaft darstellt.

Für Fantasy- und „Game of Thrones“- Fans: Der zweite Teil der „Thalél Malis“-Reihe von Nancy Pfeil hat mich durch einen tollen Schreibstil und eine fesselnde Handlung überzeugt.


Ein Buch, dass ich ebenfalls rezensiert habe, ist „Alles so leicht“ von Meg Haston. Ein Jugendroman, welcher Essstörungen thematisiert und versucht die Krankheit dem Leser näher zu bringen und Verständnis zu entwickeln. Der Roman hat mich aufgrund des Themas fasziniert und ich finde es wahnsinnig wichtig sich damit zu beschäftigen. Ich kann es jedem nur empfehlen!

Veronika Serwotka und Laura Schmolke schrieben zusammen den tollen dystopischen Roman „Trance“. Für einen Leser, der Spannung liebt und zum Nachdenken angeregt werden will, ist der Roman genau das Richtige!

Auch wenn die ersten beiden Teile 2016 & 2017 erschienen sind, möchte ich noch die Jahrhundert-Trilogie von Carmen Korn erwähnen. Es war wahnsinnig interessant zu lesen und einen Einblick darüber zu bekommen, wie das Leben der Frauen in den Höhen und Tiefen des 20. Jahrhundert war. (Teil 3 leider nicht auf dem Foto, das steht auf meiner Weihnachtswunschliste)

Alle Bücher sind auf ihre Art und Weise toll! Ich hoffe, dass 2019 so genial weitergeht! ❤

Robert Seethaler – Das Feld

Als ich den Titel des Romans von Robert Seethaler hörte, hatte ich sofort ein Bild von einem ausgetrockneten Acker im Kopf und war um so mehr überrascht als ich den Klappentext las. Robert Seethaler beschreibt, wie es sein könnte, wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken. Er offenbart damit die Gedanken der Menschen, die nie ausgesprochen werden.

Durch variierende Schreibstile und Stilmittel charakterisiert der Autor die einzelnen Figuren und zeigt damit wie unterschiedlich sie sind. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir die Worte von “Heribert Klaus”, ein Fahrradkurier, der die Kleinstadt und seine Gedanken in dem Ablauf seines Arbeitswegs einbindet.  

In dem Buch werden einige Themen aufgeführt, aber letztendlich ist das Einzige, was sich durch alle Lebensgeschichten zieht die Liebe und die Einsamkeit.

Es ist bemerkenswert wie Robert Seethaler es schafft mit „wenigen“ Worten so viel zu sagen. Ein verdienter und genialer Bestseller!

Verlagsseite: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-feld/978-3-446-26038-2/

 

 

 

Lisbeth Jarosch – Last Haven

“Die Gewissheit, dass ich das System betrogen habe und es doch eine einfache Erklärung für mein Scheitern gibt, rückt nun alles wieder gerade, was in Schieflage geraten war. Sein Platz in unserer Welt ist sicher. Das System hat sich nicht geirrt.” – als ich diese Worte las bekam ich sofort Gänsehaut und wusste: Das wird eines meiner Lieblingszitate!  

In ihrem Buch “Last Haven – Tödliche Geheimnisse” führt die Autorin Lisbeth Jarosch den Leser in eine neue erschreckende Welt. Das System des fiktiven Staats “Last Haven” reduziert die Menschen auf ihre Leistungen und dabei werden einige menschliche Bedürfnisse zurückgestellt. Sofort wurde mir klar, dass der Inhalt des Buches aktueller ist denn je. Verdeutlicht wird dies durch die Protagonistin “Aida”, die am Leistungsdruck zerbricht und nur mithilfe von Medikamenten diesem Druck stand halten kann. Ich konnte mich diesbezüglich mit der Protagonistin leicht identifizieren und bin mir auch sicher, dass die meisten Leser solche Situationen ebenfalls kennen und dies mittlerweile zum Alltag unserer Gesellschaft gehört. Maschinen die Menschen ersetzen – auch das ist heute immer wieder ein Thema und spielt auch im Buch eine Rolle. Den dargestellten Lebensstil kann man außerdem ein wenig mit einem Gefängnis vergleichen. Man schläft, isst und arbeitet an einem Ort und verlässt diesen nur selten. “Luxusprodukte” müssen sich hier durch Überstunden erarbeitet werden und Freizeit gibt es nur wenig. Zu dem haben die Menschen nicht die Möglichkeit eine Familie oder sich ein selbstständiges Leben aufzubauen, was für mich sehr erschreckend und unmenschlich wirkt.

Hingegen ist die Protagonistin “Aida” geprägt von ihrer Menschlichkeit. Durch ihre Schwächen, Gefühle und ihre Zerbrechlichkeit wirkt sie echt und weniger unnahbar. Faszinierend ist, dass “Aida” einem während des Romans als schwach erscheint und doch bringt sie letztendlich so viel Mut und Stärke auf, um ihre Freunde und ihr Leben zu retten – die zwei Seiten der Menschlichkeit.image.png

Des weiteren enthält der Roman einige Figuren, die man sofort ins Herz schließt. Die Schauspielerin “Melody Blue-Sky” fand ich persönlich am Eindrucksvollsten. Sie stellt das ganze Gegenteil von der Protagonistin “Aida” dar: nach außen wirkt sie stark, perfekt und wunderschön, doch im Inneren ist sie kaputt und schwach.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Roman den Zweck einer Dystopie erfüllt in dem er den Leser zum Nachdenken bringt, ihm bewusst macht was passieren kann und zeigt was sich ändern sollte. Erschreckend für mich ist, dass diese Welt bzw. der Staat für mich zuerst kaum denkbar war, aber nach längeren Überlegungen wurde mir klar, dass die Geschichte in Betracht auf unsere Gegenwart gar nicht so unwahrscheinlich ist. Von dieser Literatur, die uns warnt und gleichzeitig zum Handeln anregt, brauchen wir mehr!

Ich bin gespannt, wie es in Teil 2 weiter geht!

 

Verlagsseite: https://www.piper.de/buecher/last-haven-toedliche-geheimnisse-isbn-978-3-492-50009-8

Saskia Louis – Ein bisschen Abenteuer, bitte!

„Ein bisschen Abenteuer, bitte!“ von Saskia Louis ist einer der wenigen Liebesromane, der einfach echt ist und keine schnulzige Illusion von Liebe & Romantik schafft. Daher ist er auch perfekt für Leser, deren Lieblingsgenres keine Liebesromane enthalten. 

Der Roman ist gefüllt mit Ironie und Sarkasmus, die mich zum Schmunzeln brachten, aber auch mit emotionalen Momenten, in denen ich mitfühlte und am liebsten in die Story eingegriffen hätte. 

Während ich las sind mir die Figuren immer mehr ans Herz gewachsen. Besonders mit der chaotisch, witzigen und nicht perfekten Protagonistin Maya konnte ich mich sehr identifizieren.

Alles in allem erzählt das Buch die Geschichte zweier Menschen, die sich selbst und die Wahrheit über sich mit gegenseitiger Hilfe finden, was mich zum Nachdenken über mich und das Leben brachte. 

Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich bin gespannt auf Teil 2 der „Verliebt in Eden Bay“ – Reihe!

Hier geht es zur Autorin: https://saskialouis.com

image.png

Charlotte Link – Sturmzeit

Sturmzeit handelt von einer starken, selbstbewussten, aber auch egozentrischen Frau, die eine langen Weg durch den ersten Weltkrieg bestritt. Dabei fühlt man sich der Protagonistin so nah und so fern gleichzeitig. Es gibt Momente, in denen man mit ihr leidet und es gibt Momente, in denen man sie einfach nur hasst und sich fragt WARUM?! 😀 ein toller historischer Roman, der zeigt, dass es zur damaligen Zeit nicht nur unterdrückte Frauen gibt, sondern auch sehr mächtige!

Ich freue mich riesig auf Band 2!

Verlagsseite: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Sturmzeit/Charlotte-Link/Blanvalet-Taschenbuch/e532082.rhdimage.png

Meg Haston – Alles so leicht

„Alles so leicht“ ist ein Buch, dass sich für mich als eine Überraschungimage.pngentpuppte. Aufgebaut ist es wie eine Art Tagebuch, dass den Verlauf der Therapie der Bulimieerkrankten „Stevie“ zeigt und nebenbei ihre Vergangenheit und ihr Trauma offenbart. So wächst das Verständnis des Lesers gegenüber der Krankheit und deren möglichen Ursachen, besonders auch durch andere Figuren wie „Ashley“, die sich mit ihr in der Therapie befinden. 

Anfangs fällt es schwer die Gedanken und Handlungen der Protagonistin „Stevie“ nachzuvollziehen und sich mit dieser zu identifizieren. Jedoch wirkt positiver Weise die Protagonistin als unberechenbar, sodass dem Leser ein Spielraum an Fantasie bleibt was das Fortsetzen der Geschichte betrifft. So entsteht zum Ende hin ein überraschender Effekt, besonders was die Vergangenheit von „Stevie“ und ihrem Bruder betrifft. Während des Lesens werden einem „Stevies“ Handlungen immer verständlicher und sympathischer. 

Genial finde ich dabei, dass sich eine Parallele zum realen Leben ziehen lässt, in dem Menschen über andere urteilen ohne deren Hintergründe & Geschichte zu kennen. Außerdem fasziniert mich an dem Buch besonders, wie die Autorin oftmals detaillierte und auch ironische Beschreibungen verwendet und dadurch „Stevies“ sture Art gegenüber ihrer Therapie und der Welt kennzeichnet. 

Mein Fazit für dieses Buch ist: absolut lesenswert. Es ist ein Buch, dass den Leser dazu bringt mitzufühlen und Erkenntnisse zu gewinnen. Im Mix mit dem tollen Schreibstil ist es eine Geschichte, die man so noch nie gelesen und gehört hat.

Verlagsseite: https://www.carlsen.de/taschenbuch/alles-so-leicht/76203